Kleeblatt Kelsterbach e.V.
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Das Kleeblatt und die Flüchtlingsbetreuung

Als im Februar 2015 die ersten Flüchtlinge in Kelsterbach eintrafen, konnte sich kaum jemand vorstellen, wie sich alles weiter entwickeln würde. Waren es damals am Anfang ca. 40 Personen, überwiegend junge Männer, die hier eintrafen, kamen in den Wochen danach auch immer mehr Familien mit Kindern zu uns. Schon kurze Zeit später  bat die KTS um Hilfe; es wurde eine Frau gesucht, die der Integrationslehrerin helfen sollte, die immer größere werdende Gruppe der Schüler mit zu betreuen. So kam unser Vorstandsmitglied Agneta Becker in die Schule und merkte schnell, hier können wir auch helfen; eben noch im Bombenhagel von Aleppo im Bunker im „ Schul-unterricht „ und jetzt hier,  auch für die Kinder nicht immer leicht. Eben noch in Kabul von den Taliban vor den Fenstern in der Schule mit auf sie gerichteten Waffen bedroht, nun hier im Multi Kulti Mix der Schüler in Kelsterbach. Diese Kinder brauchen viel Aufmerksamkeit, Hilfe und Geduld. Aber auch als Aushilfslehrerin muss man lernen, mit vielen ungeahnten Kleinigkeiten des Alltags zurecht zu kommen.

Die Eltern und Kinder müssen die Pünktlichkeit lernen; das Rollendenken Mann / Frau – Junge / Mädchen ist bedingt durch Erziehung, Religion und Tradition ist ein ganz anderes. Die Umstellung von arabischen Schriftzeichen zu unseren Buchstaben und Zahlen muss geübt werden. Die Motorik ist längst nicht so ausgeprägt wie bei unseren gleichaltrigen Kindern. Dadurch, dass die Kinder keinen Kindergarten besucht haben, sind ihr Sozialverhalten, Team-geist und Ausdauer oft Hemmschuhe im täglichen Schulalltag. Aber es macht viel Spaß, die kleinen Lernerfolge mitzuerleben.

Auf Grund der Tatsache, dass die Kelsterbacher Spendengelder vom Kleeblatt verwaltet werden, lief  die Koordination und Abrechnung der angebotenen Deutschkurse eben auch über das Kleeblattbüro -  irgendwann bemerkten wir – die schulpflichtigen Kinder sind in der Schule, die Männer besuchen die angebotenen ehrenamtlichen Deutschkurse, und wo sind die Frauen? Info: die Frauen müssen zu Hause bleiben und sich um die Kinder und den Haushalt kümmern. Diese Information wollten wir doch mal näher erfragen. Mit einer Dolmetscherin an der Seite gingen wir klinkenputzend durch die Unterkünfte und fragten selbst nach dem Interesse für die Teilnahme an einem Deutschkurs. Die Frauen wollten gern, das gehört zu ihrem Verständnis von Integration, nur wann und wie?

Eine Lösung bot sich in der KTS im dortigen Hort, der wiederum von der Caritas geleitet wird. Jeden Mittwochmorgen von 8 – 10 Uhr findet dort ein Deutschkurs nur für Frauen statt; in der Gemeinschaft mit anderen „Kopftuchfrauen“ fühlen sie sich in einem geschützten Raum, es wird immer viel gelacht. Die Lehrerin Frau Ruth Klein ist eine bei der Stadt Kelsterbach beschäftigte Deutschlehrerin, unterstützt wird sie von Angelika Jacob, die sich auch um die Sprachanfängerinnen kümmert und die mitgebrachten Kleinkinder werden während des Unterrichts von Kleeblattfrauen betreut und versorgt.

Zurzeit haben wir 32 Flüchtlingskinder in Kelsterbach, davon sind 19 im schulpflichtigen Alter, dann 6 Babys und 7 Kindergartenkinder, für die aber zurzeit kein Platz frei ist. Mittlerweile besuchen auch alle Flüchtlingsfrauen die angebotenen Deutschkurse mit viel Spaß und auch dem Willen, es zu lernen – wenn es die Möglichkeit gäbe, diese Frauendeutschkurse 2x pro Woche anzubieten, wären auch alle mit dabei! 

(Agneta Becker)

 

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